art but fair-Studie: KünstlerInnen für soziale Mindeststandards in der Kulturförderung

art but fair-Studie: KünstlerInnen für soziale Mindeststandards in der Kulturförderung

27.05.2016

Die Initiative “art but fair” hat eine neue Studie zu Arbeitsbedingungen und zur sozialen Lage der Theater- und Musikschaffenden vorgelegt. Ausführlich wurde auch die Akzeptanz von kulturpolitischen Instrumenten bei direkt Betroffenen und weiteren Akteuren befragt. Dabei fand die Verknüpfung öffentlicher Kulturförderung mit der Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen hohe Zustimmung.

Die neue Untersuchung bestätigt, obgleich nicht repräsentativ, die Ergebnisse von Voruntersuchungen, wie des »Report Darstellende Künste« (Fonds Daku, 2010). Als die größte Missstände heben die Verfasser die unsichere Beschäftigungssituation, drohende Altersarmut, zu geringe Vergütungen, einen deutlichen Gender-Pay-Gap, unbezahlte Leistungserbringung vor allem bei Proben, Nichtvereinbarkeit von Beruf und Familie sowie schlechte Arbeitsbedingungen bei Proben und Aufführungen.

Der Fokus der Studie liegt deshalb auch in der Untersuchung von Möglichkeiten, den bekannten Missständen zu begegnen. »art but fair« selbst hatte sehr bald nach seiner Gründung die freiwillige Selbstverpflichtung von KünstlerInnen und Veranstaltern propagiert. Die Studie belegt nun anhand der Aussagen der Befragten, warum die Selbstverpflichtung in de Praxis nicht wirksam werden konnte. Wichtiger wären hingegen ein zertifiziertes Siegel oder die Vorgabe der Kulturpolitik, faire Arbeitsbedingungen bei öffentlicher Förderung zur Voraussetzung zu machen.

Damit belegt die Studie nach unserer Auffassung übrigens auch die Notwendigkeit und zugleich Akzeptanz der vom Bundesverband Freie Darstellende Künste geforderten Honoraruntergrenze.

Die Studie »Faire Arbeitsbedingungen in den Darstellenden Künsten und der Musik?!« wurde von art but fair initiiert und in Kooperation mit der Kulturpolitischen Gesellschaft sowie der Hans-Böckler-Stiftung durch Maximilian Norz durchgeführt. Sie steht auf der Homepage von art but fair zum freien DOWNLOAD zur Verfügung.

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